Markus Wernig

UNIX-/Netzwerk- Security-Ingenieur
CCSA, CCSE
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Ein paar Gedanken zum Fundraising

Zusammen mit Wilhelm Tux habe ich im September/Oktober 2014 ihr Fundraising für PDF-Signaturen in LibreOffice durchgeführt. Hier noch ein paar Gedanken zu der Kampagne. Sie geben in erster Linie das wieder, was wir im Verlauf der Aktion darüber gelernt haben, wie so etwas funktioniert. Es sind auch einige gute Tipps enthalten, die wir von erfahreneren Leuten bekommen haben, als wir es sind.

Wir haben das ganze ohne externe Crowdfunding-Plattform durchgeführt.

  1. Vor Beginn der Kampagne: Zuerst schon mit Firmen/Personen persönlich Kontakt aufnehmen, von denen man annehmen kann oder weiß, dass sie sich für das Thema/Feature usw. interessieren und es ggf. unterstützen könnten. Das gibt auch schon ein erstes Gefühl dafür, wie man mit der eigenen Kommunikation ankommt.
    Dann Leute/Entwicker finden, die das Ziel umsetzen können. Das ermöglicht eine sinnvolle Kalkulation von Geld und Zeit und macht deutlich, dass man sich schon mit der Umsetzung beschäftigt hat.
  2. Eine glaubwürdige Kampagnen-Homepage aufstellen. Glaubwürdig heisst:
    • Klare Zielvorgaben: Was genau soll erreicht werden?
    • Klarer Umsetzungs- und Zeitplan: Wie sieht der Ablauf ab, vom Start der Kampagne bis zum Ende der Umsetzung des Ziels?
    • Klare Verantwortlichkeiten: Wer übernimmt die Verantwortung, dass alles gut abläuft? Idealerweise steht der/die Kampagnenverantwortliche so hinter dem Ziel, dass er/sie es auch bis zur Umsetzung begleitet.
    • Klare Aussagen zu Abläufen: z.B. "Wie geht es weiter?", "Wann wird eingezahlt?" usw.
  3. Persönlich ansprechbar sein. Am besten via dedizierte E-mail-Adresse. Anonyme Feedback-Formulare möglichst vermeiden.
  4. Möglichst einfache, strukturierte Anmeldemöglichkeit auf der Kampagnen-Homepage.
  5. Workflow festlegen. Wie genau plant ihr den Ablauf, wenn jemand sich als Spender anmeldet? Wer ist zuständig und innerhalb welcher Zeit?
  6. Koordinierte Pressearbeit. Möglichst viele Journalisten, Blogger, Newsfeeds usw. direkt, persönlich anschreiben bzw. selber News-Items online verfassen. Pressemitteilung als PDF verschicken, mit identischer HTML-Version online, diese im selben Mail verlinken.
  7. Social Networks/Media natürlich einbinden (Twitter usw.). Aber den angeschriebenen Journalisten die Nachricht schon ein, zwei Tage vor dem ersten Tweet zukommen lassen. Medien schätzen Exklusivität.
  8. Versuchen, Multiplikatoren zu interessieren und zur Mitarbeit zu motivieren. Multiplikatoren sind Leute, die gute Beziehungen zu weiteren Netzwerken/Kreisen haben. Das können Blogger, (Online-)Redakteure oder z.B. Tweeter sein. Ideal ist natürlich, wenn die dann selber ein paar Zeilen schreiben. Auch Heise.de ist ein sehr guter Multiplikator, ebenso wie Mailinglisten von interessierten Communities.
  9. Mitverfolgen, wo über die Kampagne berichtet wird, wenn sie einmal öffentlich gestartet ist (News-Sites, Blogs usw.). Der einfachste Weg geht über die Access-Logs des eigenen Webservers (awstats usw.), dort erscheinen im Referrer die Seiten, von denen die eigene aufgerufen wurde.
    Meist gibt es dort Foren, auf denen dann über den Bericht diskutiert wird. Bei Bedarf einen eigenen Account eröffnen und möglichst rasch mitdiskutieren. Der Gewinn an Glaubwürdigkeit ist enorm! Und es können evtl. Missverständnisse beseitigt werden. Diese können jedoch auch auf eine Ungenauigkeit in der bisherigen Kommunikation hindeuten. Gegebenenfalls also aufgrund des Feedbacks hier die eigene Kommunikation (Webseite) anpassen.
  10. Einen "Spendenzähler" auf die Kampagnenseite geben. Nichts zieht Geld mehr an als Geld ... daher sollte er auch nicht bei Null starten (auch wenn das am Anfang gelogen sein mag).
  11. Nicht auf unterschiedlichen Plattformen für das selbe Projekt Fundraising betreiben. Damit werden nur Energien verzettelt. Lieber in persönlicher Kommunikation an alle erreichbaren Communities kurz die Kampagne und ihre Ziele vorstellen und einen Link auf die Kampagnenseite schicken. Mit der Bitte um Weiterleitung (Multiplikatoren!).
  12. Kommunikation mit den Spendern: Achtet darauf, dass ihr gültige E-Mail-Adressen von den Spendern habt und schreibt ihnen zu gegebenen Anlässen Info-Mails (z.B. Zwischenstand, Meilenstein erreicht usw.)


Markus Wernig

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